GRI Inhaltsindex

GRI 101: Grundlagen 2016

Bei der Erstellung des vorliegenden Berichts wurden die in GRI 101 definierten Prinzipien der Berichterstattung eingehalten.

GRI 102: Allgemeine Angaben 2016

Die Liste der erfolgten allgemeinen Angaben basiert auf einer Erstellung des Berichts in Übereinstimmung mit der Option «Kern».

1. Organisationsprofil

SFS Group AG

SFS ist ein weltweit führendes Unternehmen für mechanische Befestigungssysteme und Präzisionskomponenten. Die SFS Group AG umfasst die drei Segmente Engineered Components, Fastening Systems und Distribution & Logistics, welche die entsprechenden Geschäftsmodelle repräsentieren. Im Segment Engineered Components agiert SFS als Entwicklungs- und Herstellpartner für kundenspezifische Präzisionsformteile, Befestigungslösungen und Baugruppen. Im Markt tritt Engineered Components mit den vier Divisionen Automotive, Electronics, Industrial und Medical auf. Das Segment Fastening Systems, bestehend aus den zwei Divisionen Construction und Riveting, entwickelt, produziert und vertreibt anwendungsoptimierte mechanische Befestigungssysteme. SFS ist mit beiden Segmenten attraktiv positioniert und im Hinblick auf Endmärkte und Regionen breit abgestützt. Ihren Umsatz erzeugen beide Segmente vorrangig in den Regionen Schweiz, Europa, Amerika und Asien (vgl. Geschäftsbericht 2019, Märkte). Im Segment Distribution & Logistics ist SFS ein führender Partner für Befestiger, Werkzeuge, Beschläge sowie innovative Logistiklösungen in der Schweiz und im angrenzenden Ausland. Die Produkte und Dienstleistungen sind in den für sie bestimmten Märkten ohne Einschränkungen zugelassen; sie werden nicht diskutiert oder von Stakeholdern infrage gestellt.

Geschäftsbericht 2019, S. 11, «SFS in Kürze»

SFS Group AG
Rosenbergsaustrasse 8
9435 Heerbrugg
Schweiz

Die SFS Group ist weltweit in 26 Ländern mit mehr als 100 Vertriebs- und Produktionsstandorten präsent.

Zur Übersicht der Standorte

Die SFS Group AG ist eine Aktiengesellschaft (AG) nach Schweizer Recht.

Vgl. Geschäftsbericht 2019, Corporate Governance

Engineered Components (EC)

Im Segment EC werden Präzisionsformteile und Sonderschrauben entwickelt, produziert und verkauft. Als Spezialist der Kaltmassivumformung, Tiefziehtechnik, Kunststoff-Spritzgiesstechnik und Präzisionszerspanung berät Engineered Components ihre Partner bei der Entwicklung kundenoptimierter und einbaufertiger Teile. Die Fokussierung auf ausgewählte Kundensegmente stellt das notwendige hohe Anwendungs-Know-how in der Entwicklung und Beratung der Key Accounts sicher. EC nimmt in den angewandten Technologien und den Industrien, in denen sie tätig ist – Automotive, Industrial, Electronics und Medical – wie auch in den Märkten Europa, Asien und Amerika, in denen sie ihre Kunden beliefert, eine führende Position ein.

Fastening Systems (FS)

Das Segment FS umfasst die mechanischen Befestigungssysteme der Verschraubungstechnik und Blindniettechnik. In der eigenen Herstellung der Befestiger und Blindnieten kommen die Kaltmassivumformung und die dazugehörigen Nachbearbeitungen zum Einsatz. Um den Verarbeitungskomfort sowie die Sicherheit und Wirtschaftlichkeit bei ihren Kunden, die vorrangig aus der Bau- und Automobilindustrie stammen, zu erhöhen, beinhaltet das breite Sortiment Setzgeräte und -werkzeuge. Dank einem weltweiten Netzwerk von lokalen Vertriebsgesellschaften gelangen die anwendungsorientierten Produkte rasch an die Verarbeitungsorte und werden so vorrangig in Europa und Amerika vertrieben.

Distribution & Logistics (D&L)

Das Segment D&L ist ein national führender Lieferpartner von Schrauben, Werkzeugen und Beschlägen in der Schweiz und im angrenzenden Ausland. Es beliefert Industriekunden, das Handwerk und Gewerbe, den Fachhandel sowie die Grossverteiler und Baumärkte. Mit internationaler Beschaffungskompetenz und innovativen, marktgerechten Sortimenten sowie einem kompetenten Beratungsteam pflegt Distribution & Logistics intensive Kundennähe. Es erbringt massgeschneiderte Logistikdienstleistungen und steigert so die Wertschöpfung der Kunden.

Corporate

Der Bereich «Corporate» setzt sich aus den Funktionen Technology, Corporate Services und Corporate IT & Finance zusammen. Diese erbringen Dienstleistungen für die Segmente EC, FS und D&L in einer Querschnittsfunktion. Der Bereich Technology stellt in den Produktionswerken den Technology- und Know-how-Transfer sicher. Verfahren, Prozesse und Best Practices werden ausgetauscht und weiterentwickelt. Eine einheitliche Investitionspolitik und ein spezialisierter Maschinenbau für den Eigenbedarf runden das Profil ab. In den Sparten Corporate Services und Corporate IT & Finance werden segmentübergreifende Dienstleistungen in den Bereichen Informationstechnologie, Finanzen, Personalwesen, Kommunikation sowie weitere Unternehmensfunktionen wahrgenommen.

Für weiterführende Informationen zur Umsatzverteilung nach Regionen und Endmärkten: vgl. Geschäftsbericht 2019, Märkte

i.
Gesamtanzahl der Angestellten: 10’571 FTE per Ende 2019
Vgl. auch Geschäftsbericht 2019, Key Takeaways

ii.
Gesamtanzahl der Betriebe: 116 Vertriebs- und Produktionsstandorte

iii./iv.
Nettoumsatz und Gesamtkapital, unterteilt in Fremd- und Eigenkapital
Vgl. finanzielle Übersicht aus dem Geschäftsbericht 2019
sowie Finanzbericht 2019

v.
Anzahl der angebotenen Produkte oder Dienstleistungen

Die Anzahl der angegebenen Produkte entsprechen der Verkaufsmenge jeweils zum Ende des Kalenderjahres.

Kalenderjahr 2018 2019
Segment Komponenten (in Mio.) Komponenten (in Mio.)
Engineered Components Dritte 28'594.6 27'944.0
Fastening Systems Dritte 5'202.3 5'932.6
Distribution & Logistics Dritte 1'037.7 987.4
Gesamtergebnis Dritte 34'834.5 34'855.0
Mitarbeiterzahl 2019/2018 in Klammern
Mitarbeiterzahl total In GRI berichtet Weiblich In dualer Ausbildung Teilzeit Befristet
Amerika 1'648/(1'326) 691/(488) 174/(129) 19/(21) 11/(7) 0/(0)
Asien 3'244/(3'295) 3'200/(3'252) 1'017/(1'025) 273/(319) 0/(0) 1'890/(1'232)
Europa 2'407/(2'431) 2'195/(2'238) 581/(560) 101/(70) 131/(123) 302/(362)
Schweiz 2'491/(2'498) 2'491/(2'498) 479/(473) 152/(146) 264/(246) 43/(41)
SFS Group total 9'790/(9'550) 8'577/(8'476) 2'251 / (2'187) 545/(556) 406/(376) 2'235/(1'635)
Anteil in Relation zu «In GRI berichtet» 26.4%/(25.8%) 6.3%/(6.6%) 4.7%/(4.4%) 26.1%/(19.3%)

Die «Mitarbeiterzahl total» entspricht den Mitarbeiterzahlen wie im Finanzbericht publiziert. Die Spalte «In GRI berichtet» entspricht 88% der «Mitarbeiterzahl total» (2018: 89%). Der Berichtsumfang ist aktuell auf 43 juristische Personen beschränkt, da Akquisitionen in den letzten drei Jahren nicht berücksichtigt wurden. Die SFS Group umfasste am 31.12.2019 insgesamt 53 juristische Personen.

Eine Darstellung der Angestellten nach Art des Arbeitsvertrages sowie nach Geschlecht, wie es die GRI Norm verlangt, ist derzeit nicht möglich, da noch nicht an allen Standorten einheitlich eingeführte Reportingsysteme für den Bereich HR vorhanden sind. Eine Vereinheitlichung ist innerhalb der nächsten drei Jahre vorgesehen.

Die Beschaffungsorganisation oder Materialwirtschaft der SFS Group ist unterteilt in sieben Divisionen, welche die Beschaffung der Bereiche fachlich führen.

Die Beschaffung innerhalb der SFS Group ist dezentral organisiert und bei den einzelnen Divisionen angesiedelt. Dies ermöglicht eine optimale Ausrichtung auf die Bedürfnisse der jeweiligen Division. SFS unterhält ein weltweites Beschaffungsnetzwerk mit Fokus auf Europa, Asien und Amerika. Die einzelnen Divisionen beschaffen hier sowohl lokal wie global Materialien und Rohstoffe. Die Entscheidung, von wo Rohstoffe bzw. Materialien bezogen werden, ist abhängig von Kriterien wie z. B. Verfügbarkeit, Transportwegen, Risiko und Wirtschaftlichkeit sowie der Einhaltung der UN-Global-Compact-Richtlinien durch Lieferanten (vgl. UN Global Compact). So können z. B. bei Drähten Sonderspezifikationen importiert werden, wenn diese lokal nicht verfügbar sind, oder zwecks Risikoreduktion das Beschaffungsvolumen eines Produkts auf zwei oder mehrere Lieferanten verteilt werden. Die Koordination der gruppenweiten Einkaufsaktivitäten erfolgt durch die entsprechende Peer Group sowie über das Supplier Relationsship Management System.

Die SFS Group unterscheidet dabei sieben Hauptwarengruppen:
WOM Wire and other Materials (Drähte und andere Materialien)
FC Finished Components (Fertigteile, Handelsgüter)
OCE Oil, Chemistry/Energy (Öle, Chemie, Energie)
Tools Tools (Produktionswerkzeuge)
ME Machines & Equipment (Maschinen & Ausrüstung)
PACK Packing Material (Verpackungsmaterial)
SP Service Provider (Dienstleistungen)

Die SFS Group wählt ihre Lieferanten nach einheitlichen Standards aus, welche im Qualitätshandbuch festgehalten sind. Diese beinhalten u. a. qualitative Vorgaben, die Implementierung eines Codes of Conduct und Lieferantenaudits. Hier gilt, dass der Lieferant entweder unseren Code of Conduct unterschreibt oder mit der Zustimmung zum QMA (Quality Management Agreement, BMS → G177, § 12) bestätigt, dass er die jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen einhält resp. auf unser Verlangen nachweist, dass ein Code of Conduct in seinem Unternehmen implementiert ist.

Bei Kleinlieferanten, die aus Nichtrisikoländern stammen und vor allem im Segment D&L vorkommen, ist der Code of Conduct aktuell (noch) nicht flächendeckend umgesetzt.

Die Überprüfung der Einhaltung des Codes of Conduct bzw. die Durchführung der Lieferantenüberprüfung findet zunächst zu Beginn der Zusammenarbeit statt. Anschliessend erfolgt, je nach Risikoeinschätzung des jeweiligen Lieferanten und Einordnung seiner strategischen Bedeutung, jährlich bzw. alle zwei Jahre eine erneute Prüfung oder ein entsprechendes Audit. Diese Audits können situationsbedingt auch ausserplanmässig durchgeführt werden.

Das gesamte Lieferantennetzwerk umfasst rund 6’500 Lieferanten. SFS bezog ihre Werkstoffe, Waren und Materialien im Berichtsjahr aus folgenden Ländern:

  • Europa 58%
  • Asien 35%
  • Amerika 7%

Das weltweite Beschaffungsvolumen betrug 2019 über CHF 600 Mio.

Im Berichtsjahr haben sich bei SFS folgende signifikanten Änderungen ergeben:

Globale Vertriebs- und Fertigungsplattform ausgebaut

Im 2019 nahm die neue Produktionsplattform in Nantong nördlich von Shanghai (China) erfolgreich ihren Betrieb auf. Weit über 1’000 Mitarbeitende und ebenso viele Produktions­maschinen zogen in Rekordzeit von den vier bestehenden Standorten in die neue Produktionsplattform in Nantong um, und dies bei Aufrechterhaltung einer uneingeschränkten Kundenbelieferung. Im Weiteren prägten zwei Akquisitionen das Geschäftsjahr. Mit der Übernahme von TFC (Triangle Fastener Corporation), einem führenden Anbieter von Befestigern und weiteren Produkten für Endanwender in der gewerblichen Bauindustrie, stärkte SFS ihre Marktposition in den USA und erhielt direkten Zugang zu rund 6’000 aktiven Endkunden. Ende 2019 unterzeichnete SFS zudem mit mbe (Moderne Befestigungselemente GmbH) einen Kaufvertrag zur Übernahme der Gesellschaft per 1. Januar 2020. mbe ist ein Experte für lackierte Befestiger bei hochwertigen Fassadensystemen. Mit diesen Akquisitionen baut SFS ihre Leistungen im Rahmen der Befestigungstechnik für Fassadenkonstruktionen weiter aus und erweitert ihren Markt- und Kundenzugang in der europäischen Baubranche. Die beiden Übernahmen stärken die Marktposition von SFS im Bereich Construction und ergänzen das bisherige Technologie- und Produktportfolio.

Konzernleitung verändert und erweitert

Der Verwaltungsrat hat entschieden, die Führungsstruktur zu stärken und den Ver­ant­wortungs­bereich Corporate Services, welcher die Bereiche Human Resources, Unter­nehmensentwicklung sowie Marketing & Kommunikation umfasst, direkt in der Kon­zernleitung zu verankern. Claude Stadler, Head of Corporate Services, wurde ent­sprechend per 1. Januar 2019 Mitglied des Group Executive Boards der SFS Group.

Auf den 1. Juli 2019 hat der Verwaltungsrat Urs Langenauer, Leiter der Division Riveting, zum Mitglied der Konzernleitung ernannt. Er hat die Leitung der Division von Thomas Bamberger übernommen. Der Verwaltungsrat und die Konzernleitung bedan­ken sich bei Herrn Bamberger für sein langjähriges Engagement für die Division Riveting.

Ausserdem übernahm am 1. Januar 2020 Iso Raunjak wie angekündigt die Leitung des Segments Distribution & Logistics von Josef Zünd. Nach 49 erfolgreichen Jahren bei SFS wird Josef Zünd im März 2020 in Pension gehen. Der Verwaltungsrat und die Konzernleitung bedanken sich bei ihm für sein langjähriges erfolgreiches Schaffen von Mehrwert für die SFS Group.

Keine signifikanten Änderungen in der Lieferkette

Hinsichtlich der Lieferkette haben sich keine signifikanten Änderungen ergeben.

SFS handelt heute vorausschauend für morgen und nimmt ihre wirtschaftliche, ökologische und soziale Verantwortung wahr. Damit steigert sie nicht nur langfristig den Wert des Unternehmens, sie trägt mit ihren zukunftsweisenden Lösungen auch zu einer nachhaltigen Ent­wicklung bei.

Der Vorsorgeansatz oder das Vorsorgeprinzip spielt für SFS eine wichtige Rolle und ist deshalb auch im Leitbild und im Verhaltenkodex verankert. Unter Nachhaltigkeit versteht SFS eine angemessene Balance zwischen wirtschaft­lichem Erfolg, ökologischem Handeln und sozialgesellschaftlicher Verantwortung unter Berück­sichtigung der Bedürfnisse heutiger und zukünftiger Generationen. Diese Haltung ist Ausdruck der gelebten Partnerschaft mit den verschiedenen Anspruchsgruppen. Die Anwendung des Vorsorgeansatzes dient aber auch der Reduzierung oder Vermeidung nega­tiver Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt, die durch das Unternehmen entstanden sind oder entstehen könnten.

Um die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen, beurteilen die Konzernleitung und der Verwaltungsrat regelmässig die wichtigsten Geschäftsrisiken der SFS Group. Mindestens einmal im Jahr wird eine umfassende Risikobeurteilung durchgeführt, in der die relevanten Risiken systematisch nach Eintritts­wahr­schein­lichkeit und Schadenspotenzial klassifiziert werden. Auch im Berichtsjahr wurden erneut potenzielle Risiken und die Möglichkeiten zu deren Eingrenzung diskutiert. Dieses Jahr lag der Fokus auf Cybersecurity, Investitions­risiken bei Grossprojekten, Risiken bei akquirierten Unternehmen, Gewähr­leistungs­risiken aufgrund von Rückrufaktionen, Abhängigkeit von der globalen Wirtschaftslage sowie Risiken im Bereich Compliance und Währungs­schwankungen. Weitere wichtige Themen waren auch Veränderungen im Umfeld von Zöllen und Tarifen sowie Ein­schrän­kungen im Güterverkehr und geopolitische Risiken.

Durch verschiedene interne Audits und Inspektionen der eigenen Betriebe sowie durch externe Audits von Kunden und Zertifizierungsstellen an den einzelnen Standorten schafft SFS Transparenz, verfolgt einen präventiven Ansatz und unternimmt kontinuierlich Verbesserungen.

Dazu gehört auch die regelmässige Lieferantenbewertung, um bzgl. der jeweiligen Lieferkette Risiken frühzeitig identifizieren und geeignete Massnahmen einleiten zu können. Dazu gehört ebenfalls die Einhaltung der Norm ISO 9001 und, wo gefordert, der Normen ISO 14001 und ISO 45001.

Um Innovationen, neue Geschäftsfelder und das Thema Nachhaltigkeit stetig weiterentwickeln zu können, verfolgt SFS ausserdem ein breit verankertes Ideenmanage­ment. Hier setzt das Unternehmen auch gezielt auf die Ergänzung der internen Ideen und Erkenntnisse durch den Einbezug externer Spezialisten.

Die SFS Group AG hat im Berichtsjahr folgende Initiativen unterstützt, weiterentwickelt oder sich ihnen angeschlossen.

  • UN Global Compact
  • amfori, RBA
  • AEO Certificate
  • Known Consignor Certificate
  • ISO 9001
  • ISO 13485
  • ISO 14001
  • ISO 17025
  • IATF 16949
  • ISO 45001/OHSAS 18001

Als Teil der Übernahme unternehmerischer und gesellschaftlicher Verantwortung engagiert sich SFS auch in verschiedenen Verbänden und Interessengruppen. Hier ist SFS wie folgt aktiv:

2. Strategie
3. Ethik und Integrität

SFS Verhaltenskodex

SFS Leitbild

Der SFS Verhaltenskodex und das SFS Leitbild sind breit abgestützt und wurden unter Einbezug verschiedener Stakeholder durch die Konzernleitung erarbeitet und vom Verwaltungsrat genehmigt. Beide Dokumente werden allen neuen Mitarbeitenden mit auf den Weg gegeben. Zum Verhaltenskodex findet ausserdem alle zwei Jahre eine Schulung für alle SFS Mitarbeitenden statt. Auch in Führungsworkshops sind das Leitbild und der Verhaltenskodex fest integriert. Durch die Publikation des Verhaltenskodex inklusive eines erläuternden Dokuments auf der SFS Group Webseite steht der Kodex internen sowie externen Stakeholdern in Deutsch und Englisch zur Verfügung. Das Leitbild und der Verhaltenskodex wurden ausserdem in zwölf Sprachen, die das Unternehmen aufgrund ihrer Mitarbeitenden und Geschäftspartner am häufigsten verwendet, übersetzt und ist diesen Stakeholdern als Print oder digitales Dokument zugänglich.

4. Unternehmensführung

Verwaltungsrat und Konzernleitung messen einer wirksamen Corporate Governance eine sehr grosse Bedeutung zu. Im Interesse der Aktionäre, Kunden, Lieferanten, weiteren Geschäftspartner und Mitarbeitenden schaffen die Grundsätze der Unternehmens­führung die notwendige Transparenz und ein ausgewogenes Verhältnis von Führung und Kontrolle.

Dabei folgt SFS den Richtlinien der SIX Swiss Exchange AG.

 

Verantwortlichkeiten im Bereich der Nachhaltigkeit klar geregelt

Die nachhaltige Entwicklung von SFS ist ein zentrales Anliegen. Der CEO befasst sich zusammen mit dem gesamten Group Executive Board regelmässig mit der Thematik, setzt die Prioritäten und überprüft die Fortschritte. Im Auftrag des Group Executive Boards koordiniert und konsolidiert ein interdisziplinäres Team, bestehend aus Vertretern der Bereiche Umwelt und Sicherheit, Compliance sowie HR und Kommunikation, die verschiedenen Nachhaltigkeitsaktivitäten. Aufgrund der unterschiedlichen Charakteristika und um eine möglichst hohe Effektivität zu erreichen, obliegt die konkrete Ausgestaltung der Aktivitäten den jeweiligen Management-Teams der Divisionen. Das Thema Nachhaltigkeit wird, wo es möglich ist, mit standardisierten Kennzahlen in die regulären Managementprozesse und ‑reports integriert.

5. Einbindung von Stakeholdern

Die wichtigsten Anspruchsgruppen von SFS sind (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Finanzanalysten/Investoren (Aktionäre)
  • Finanz- und Wirtschaftsmedien
  • Hochschulen/Bildungseinrichtungen
  • Kunden
  • Lieferanten
  • Lokale Gemeinden, Kanton
  • Mitarbeitende
  • Mitbewerber
  • SFS Management
  • SFS Verwaltungsrat

Zum Ende des Berichtsjahres waren 10.3% der Mitarbeitenden tarifgebunden. In der Schweiz, den USA sowie an den grossen Standorten in Asien liegt keine Tarifgebundenheit vor.

Die unter GRI 102-40 genannten Stakeholder sind im Rahmen des Stakeholderdialogs als wichtig identifiziert worden, da sie mindes­tens eines von zwei Kriterien erfüllen: Entweder beeinflusst die Stakeholdergruppe stark die ökonomische, ökologische oder gesellschaftliche Leistung von SFS und/oder die Stakeholdergruppe ist stark von der ökonomischen, ökologischen oder gesellschaftlichen Leistung von SFS betroffen.

Der Einbezug der wichtigsten Stakeholder ist deshalb ein wesentlicher Bestandteil nachhaltiger Geschäftspraktiken und der Schlüssel zur Erfassung von Meinungen und Erkenntnissen aus dem gesamten Unternehmen und seinem Umfeld. Da sich SFS bei ihrer letzten Wesentlichkeitsanalyse im Jahr 2016 an Kunden und Lieferanten aus dem Segment Engineered Components gewandt hat, wurden im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse im Berichtsjahr die folgenden Stakeholdergruppen befragt und in diesem Zusammenhang das Segment D&L priorisiert:

  • Kunden aus dem Segment D&L
  • Lieferanten aus dem Segment D&L
  • SFS Mitarbeiterrat in der Schweiz (der die Meinung der Mitarbeitenden vertritt)
  • SFS Management
  • Finanzanalysten und Investoren (Aktionäre)
  • Unabhängige Experten aus dem Nachhaltigkeitsbereich

Um identifizierte Stakeholdergruppen möglichst ganzheitlich einbeziehen zu können, plant SFS sich für die nächste Wesentlichkeitsanalyse in zwei Jahren (2022) auf folgende Stakeholdergruppen zu fokussieren:

  • Kunden und Lieferanten aus dem Segment Fastening Systems
  • Hochschulen/Bildungseinrichtungen
  • Finanz- und Wirtschaftsmedien
  • Lokale Gemeinden

Im Berichtsjahr führte SFS im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse eine umfangreiche Umfrage, Experteninterviews und eine entsprechende Analyse mit den identifizierten Stakeholdergruppen durch (vgl. GRI 102-40 und GRI 102-42). Dabei wurde die von GRI definierte Übersicht von 33 nachhaltigen Themen, die sechs Dimensionen zugeordnet sind, als Basis für die Gestaltung der Umfrage herangezogen. Die einbezogenen Stakeholder und Stakeholdergruppen hatten im ersten Schritt die Aufgabe, aus den 33 Themen die für sie relevantesten im Hinblick auf die ökonomische, ökologische oder gesellschaftliche Leistung von SFS auszuwählen oder, falls nicht vorhanden, eigene Themen zu nennen. Diese ausgewählten Themen wurden im zweiten Schritt von den Stakeholdern gemäss ihrem Wirkungsgrad (gering, mittel oder gross) gewichtet. Eine finale Konsolidierung, Analyse und Priorisierung der Ergebnisse ergab die neue Wesentlichkeitsmatrix.

Ausserhalb der Wesentlichkeitsanalyse führt SFS einen laufenden Dialog mit ihren Stakeholdergruppen in folgender Form:

Mitarbeitende

  • Regelmässige Mitarbeiterumfragen (z. B. Swiss Arbeitgeber Award)
  • Quartalsinformationen
  • MbO
  • CIP/Ideen-Box

Kunden

  • SFS Aussendienstmitarbeiter, technische Berater und Key Account Manager stehen im täglichen Austausch mit unseren Kunden.
  • In den 29 HandwerkStadt Filialen werden unsere Kunden schweizweit von unserem professionellen Verkaufsteam beraten und können ihr Feedback eins zu eins übermitteln.
  • Kundenzufriedenheitsanalysen: Jede Division hat vor dem Hintergrund der neu implementierten Group-Guideline ihre bestehenden Ansätze zur Messung der Kundenzufriedenheit überprüft und ein entsprechendes Konzept erarbeitet. Aufgrund der unterschiedlichen Kundensegmente variieren die divisionalen Konzepte. Die Mittel zur Messung der Kundenzufriedenheit reichen von einer Scorecard, wie sie die Division Automotive verwendet, bis zu Onlineumfragen, wie dies bei der Division Electronics der Fall ist.

Hochschulen/Bildungseinrichtungen

  • Kooperationen mit diversen Hochschulen und Bildungseinrichtungen hinsichtlich Innovationen und technologischer Entwicklungen

Finanzanalysten/Investoren

  • Regelmässige Conference Calls, bilaterale Gespräche, Investorentage (alle zwei Jahre), Konferenzen und Roadshows durch CEO, CFO, Head of Corporate Services und Head of Corporate Development and Investor Relations

Finanz- und Wirtschaftsmedien

  • Regelmässige bilaterale Gespräche und Interviews sowie die jährliche Medienkonferenz mit den für SFS relevanten Medien

Lieferanten

  • Erstkontakt im Rahmen des Bewertungsverfahrens und der Implementierung des Verhaltenskodex für Lieferanten
  • Regelmässige Gespräche zwischen SFS Einkäufern und Lieferanten
  • Regelmässige Audits (bzgl. Qualität, Umwelt, Arbeitssicherheit)

Lokale Gemeinden

  • Tag der offenen Tür an verschiedenen Produktionsstandorten
  • Einladung zur Generalversammlung

Im Berichtsjahr wurden neben den wesentlichen Themen (vgl. Materialitätsmatrix) keine weiteren wichtigen Anliegen durch die Anspruchsgruppen geäussert.

6. Vorgehensweise bei der Berichtsstattung

Der umfassende Konsolidierungskreis des Konzernabschlusses

( vgl. u. a. Finanzbericht 2019, S. 86–87)

ist nicht bei allen Nachhaltigkeitskennzahlen angewendet worden. Der abweichende Abdeckungsrad wird jeweils bei den einzelnen Indikatoren offengelegt.

SFS orientiert sich seit 2016 an den Richtlinien der Global Reporting Initiative (GRI). Für die vorliegende Berichterstattung setzte SFS erstmals die GRI-Standards (Kern) um. Ausgangspunkt dafür ist eine umfassend durchgeführte Wesentlichkeitsanalyse auf Basis des in den GRI-Standards beschriebenen Vorgehens sowie der in den GRI-Standards behandelten Themen. Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen und damit verbundene Massnahmen wurden bereits in den letzten Jahren im integrierten Nachhaltigkeitsbericht 2018 kompakt dargestellt.

Wesentlich sind ausserdem die Prinzipien des UN Global Compact, zu deren Einhaltung sich SFS verpflichtet hat. Die Fortschritte dazu wurden ebenfalls im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht dargestellt.

2016 wurde im Rahmen von Workshops mit Konzernleitungsmitgliedern sowie weiteren internen und externen Stakeholdergruppen eine erste Wesentlichkeitsanalyse entwickelt und von der Konzernleitung freigegeben. Im Zuge der Umstellung auf die GRI-Standards (Kern) im 2019 und der Entscheidung, den Nachhaltigkeitsbericht zukünftig losgelöst vom Geschäftsbericht zu publizieren, wurde die aktuelle Wesentlichkeitsmatrix gemäss den von der GRI vorgegebenen Standards aktualisiert. Dadurch wurden einige der bisher wesentlichen Themen zusammengeführt, einige fielen weg und andere haben sich verschoben bzw. eine höhere oder tiefere Priorität erhalten. Die neue Wesentlichkeitsmatrix und damit die neuen wesentlichen Themen geben die primären Stossrichtungen für die Nachhaltigkeitsstrategie und damit auch die Unternehmensstrategie von SFS vor. Alle weiteren in der Matrix aufgeführten Themen werden zwar als wichtig erachtet, wurden aber aus Prioritätsgründen nicht fokussiert vorangetrieben.

  • GRI 201: Wirtschaftliche Leistung
  • GRI 305: Emissionen
  • GRI 403: Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
  • GRI 404: Aus- und Weiterbildung
  • GRI 419: Sozioökonomische Compliance

Im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht gibt es gegenüber dem Vorjahr keine Neudarstellungen von Informationen.

Wie bereits unter GRI 102-46 erläutert wurde die letzte Materialitätsmatrix 2016 entwickelt. Die damals wesentlichen Themen «Wertschöpfung zugunsten der Anspruchsgruppen», «Aus- und Weiterbildung» sowie «Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz» gehören auch in der neuen Materialitätsmatrix von 2019 wieder zu den wesentlichen Themen. Durch den intensiven Austausch mit den Stakeholdergruppen gehören seit 2019 auch die Themen «Emissionen» sowie «Sozioökonomische Compliance» zu den wesentlichen Themen, über die SFS im Sustainability Report berichtet. Die Themen «Kundenzufriedenheit», «Regelmässige Beurteilung von Leistung und Karriereentwicklung» und «Programme für Kompetenzmanagement und stetige Lernprozesse» sind in der neuen Matrix nicht mehr abgebildet. Dennoch sind die Themen weiterhin wichtig für SFS und werden kontinuierlich weiterverfolgt und vorangetrieben. Über eventuelle Neuerungen und Fortschritte wird SFS weiterhin berichten, priorisiert im Berichtsjahr sowie im kommenden Jahr aber die Zielsetzungen der aktuell wesentlichen Themen gemäss Materialitätsmatrix.

Der Berichtszeitraum ist jeweils das Kalenderjahr.

Dies ist der erste GRI-Bericht von SFS, der gemäss den Richtlinien der GRI Standards (Kern) erstellt wurde. Frühere Nachhaltigkeitsberichte (zuletzt für das Kalenderjahr 2018) wurden in den Geschäftsbericht integriert und erfolgten entlang den Richtlinien von GRI G4.

SFS wird jährlich zum Thema Nachhaltigkeit Bericht erstatten.

Im Falle von Fragen zum Thema Nachhaltigkeit wenden Sie sich bitte an:

Claude Stadler
Head of Corporate Services, Member of the Group Executive Board

Yvonne Geiling
Lead Sustainability, Corporate Communications

SFS Group AG, Corporate Services
Rosenbergsaustrasse 8, CH-9435 Heerbrugg
T +41 71 72 75185
sustainability@sfs.biz

Dieser Bericht wurde in Übereinstimmung mit den GRI-Standards, Option «Kern», erstellt.

Eine externe Prüfung des Sustainability Reports liegt aktuell nicht vor.

Wesentliche Themen