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Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

SFS konnte auch im aktuellen Berichtsjahr die Anzahl an berufsbedingten Unfällen weiter reduzieren und ist ihrem mittelfristigen Ziel – die Anzahl von Berufsunfällen bis 2025 im Vergleich zu 2019 zu halbieren – wieder ein Stück nähergekommen.

GRI 103: MANAGEMENTANSATZ 2016

GRI 103-1 Erläuterung des wesentlichen Themas und seiner Abgrenzung
Die Mitarbeitenden des Unternehmens sind bestimmend für den Erfolg der SFS Group. Ein gesundes und sicheres Arbeitsumfeld für alle Mitarbeitenden zu schaffen, ist deshalb ein zentrales Anliegen von SFS. Dies gilt insbesondere an unseren Produktionsstandorten, an welchen die Prozesse und Abläufe – auch aufgrund der hohen Materialdurchsätze – für die Mitarbeitenden mit Gesundheits- und Sicherheitsrisiken verbunden sind und durch geeignete Massnahmen minimiert werden müssen. Diese Standorte bzw. die Berufsgruppe «Produktionsmitarbeitende» sind daher zentral in Bezug auf Evaluierungen und Verbesserungen im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.

Die nachfolgenden Angaben der SFS Group im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz decken per Ende der Berichtsperiode 8'956 Mitarbeitende (in FTE, Angestellte der SFS Group, 2019: 9'047) ab. Dies entspricht rund 84% (2019: 86%) der gesamten Belegschaft von SFS, wovon die Mehrheit in einem Produktionsumfeld tätig ist. Ziel ist es, dass die Erhebung bis 2025 über 95% aller Mitarbeitenden umfasst. Die Aufnahme weiterer relevanter Daten, wie die Unterscheidung nach Leihmitarbeitenden (Mitarbeitende deren Arbeit/Arbeitsplätze von der Organisation kontrolliert werden, jedoch nicht auf der Lohnliste von SFS stehen) und arbeitsbedingter Ausfälle mit schweren Folgen, wird für die Auswertung im Jahr 2021 erstmals erfolgen. In der Kennzahl FTE (full time equivalent) sind zur Zeit auch die temporären Mitarbeitenden enthalten; für sie gelten die gleichen Sicherheitsbestimmungen, Rechte und Pflichten wie für Festangestellte der SFS Group.

GRI 103-2 Der Managementansatz und seine Bestandteile
Ein sicheres Arbeitsumfeld, das Wohlbefinden und die Gesundheit der Mitarbeitenden tragen massgeblich zum Erfolg der SFS Group bei, weshalb der Arbeits- und Gesundheitsschutz ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur ist. Mit den Werten "Partnerschaft", "Engagement", "Gemeinschaft", "Erfolg" und "Veränderung", die aus unserem Leitbild stammen und Basis für unser tägliches Handeln sind, strebt SFS eine führende Position im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz an.

Der Managementansatz im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz beabsichtigt, negative Auswirkungen durch folgende Massnahmen zu reduzieren oder ganz zu vermeiden:

  • SFS schützt das Leben und die Gesundheit aller Mitarbeitenden durch sichere und gesundheitsgerechte Arbeitsbedingungen.
  • Durch regelmässige Ermittlung und Beurteilung der Gefahren, Belastungen und Risiken verbessert das Unternehmen entsprechende Sicherheitsmassnahmen.
  • Präventive Massnahmen und Programme, wie die Erarbeitung und Einführung der «10 SFS Sicherheitsregeln», helfen Unfälle zu vermeiden.
  • Das Unternehmen steht in kontinuierlichem Austausch mit ihren Stakeholdern, um die «Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit» weiter zu verbessern.
  • SFS fördert die gesundheitliche Selbstverantwortung der Mitarbeitenden: Durch die präventive Gefahrenermittlung und Risikobewertung des eigenen Arbeitsplatzes kann die Arbeitsumgebung entsprechend angepasst und können mögliche Unfälle vermieden werden.
  • Mitarbeitende haben gegenüber ihrem Vorgesetzten die Meldepflicht, auf eventuelle Umstände hinzuweisen, welche die Arbeitssicherheit und Gesundheit von Mitarbeitenden gefährden. Sie haben damit gleichzeitig auch die Möglichkeit, Verbesserungen anzuregen bzw. auf eventuelle Mängel hinzuweisen (Beschwerdemöglichkeit).
  • In diesem Zusammenhang haben die Mitarbeitenden auch die Aufgabe und Pflicht, ihre Arbeit im Falle eines potenziellen Risikos und/oder einer Gefahr zu unterbrechen und diese erst dann wieder aufzunehmen, wenn die Situation dies zulässt (z. B. Gefahr/Mangel wurde behoben bzw. beseitigt). Dieses Vorgehen wird u. a. regelmässig in der Schulung zu den «10 SFS Sicherheitsregeln» vermittelt.
  • Alle Mitarbeitende sind angehalten Ideen und Auffälligkeiten direkt zu melden. Dafür stehen ihnen unterschiedliche Kommunikationskanäle und -plattformen zu Verfügung, z.B. über die CIP-Ideen Box, Teamgespräche, Shopfloor-Meetings oder Mitarbeitergespräche. Durch die neue mySFS App ist ein weiterer Kommunikationskanal geschaffen worden, der es den Mitarbeitenden ermöglicht direkt mit ihrem Vorgesetzten oder Abteilungsleiter in Kontakt zu treten und ihr Anliegen vorzubringen. Das von SFS integrierte Compliance System ist für alle Mitarbeitenden zugänglich. Hinweise auf Verstösse bringen dem berichtenden Mitarbeitenden keine Nachteile.

SFS hat sich das Ziel gesetzt, die Berufsunfälle bis 2025 im Vergleich zu 2019 um 50% zu reduzieren und so der langfristigen Zielsetzung von null Berufsunfällen schrittweise näher zu kommen. Zur Erreichung dieses Ziels wird die Norm ISO 45001 weiterhin kontinuierlich an allen Standorten der SFS Group eingeführt und wo angemessen auch zertifiziert.

Der aktuell noch unterschiedliche Abdeckungsgrad hinsichtlich ISO-Zertifizierungen soll bis 2025 alle Produktionsstandorte* umfassen. Für die Realisierung dieses Ziels wurde eine Roadmap definiert. Derzeit sind 12 der 34 Standorte ISO 45001-zertifiziert.

Division Automotive Electronics Industrial Medical Construction Riveting
SFS Scope* 13 2 5 4 6 4
Zertifiziert 8 2 2 0 1 0
Noch offen / in Planung 5 0 3 4 5 4
100% Erfüllung 2023 - 2022 2023 2023 2025

* SFS Scope: Produktionsstandorte bei denen SFS einen Unternehmensanteil von ≥50% besitzt und mehr als 50 Mitarbeitende beschäftigt. Das Segment Distribution & Logistics ist für die ISO Zertifizierung nicht aufgeführt, da es sich hier nicht um wesentliche Produktionsstandorte handelt. (siehe hierzu auch GRI 102-45).

Die Zielerreichung und -überprüfung erfolgt zunächst dezentral für jeden einzelnen Standort. Dafür sind sowohl der Standortleiter, der für die lokalen Arbeitsbedingungen zuständig ist, als auch der EHS Manager, der für die Umwelt, Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit zuständig ist, in der Verantwortung.

Die EHS Manager, auf den Stufen Standort, Division und SFS Group, stehen in regelmässigem Austausch miteinander und erfassen ihre Daten auf einer zentralen Kollaborationsplattform. Sie planen und implementieren etwaige (Korrektur-) Massnahmen und stellen eine bestmögliche Zielerreichung für die SFS Group und damit den Schutz der Mitarbeitenden sicher. Der Austausch über Fortschritte und Abweichungen erfolgt an regelmässigen Lenkungstreffen mit der Geschäftsleitung und an Sitzungen der Konzernleitung.

GRI 103-3 Beurteilung des Managementansatzes
Der aktuelle Managementansatz scheint wirksam und somit geeignet zu sein. Die Anzahl der Unfälle sinkt stetig und immer seltener kommt es zu Ausfällen durch Unfall oder Krankheit. Speziell an den Standorten mit ISO 45001 Zertifizierung kann eine positive Entwicklung beobachtet werden, weshalb die kontinuierliche Ausweitung auf weitere Standorte forciert wird. Die Mitarbeiterzufriedenheit bewegt sich seit Jahren auf einem hohen Niveau, was z.B. durch die guten Platzierungen beim Swiss Arbeitgeber Award belegt wird. Eine geringe Fehlerquote und die hohe Produktivität unterstreichen, dass das hohe Niveau im Bereich der Arbeitssicherheit und Gesundheit nicht im Widerspruch zu effizienten und effektiven Prozessen steht.

Die Gefährdungsbeurteilungen werden von sachkundigen Personen erstellt, die im Bedarfsfall eine externe Beratung hinzuziehen können. Die daraus entstandenen Dokumente werden bei der Einführung neuer Arbeitsmittel, Maschinen oder Arbeitsstoffe, bei der Veränderung von Arbeitsverfahren, die neue Gefahren verursachen könnten, oder infolge eines Unfalls oder eines Beinaheunfalls gewonnenen Erkenntnisse regelmässig überarbeitet.

Die Meldung von Vorfällen und gefährlichen Situationen erfolgt für alle Standorte gemäss den lokalen Verfahren, die im jeweiligen Managementsystem vorgesehen sind. Das gruppenweite Meldeverfahren richtet sich nach dem NACA Index (National Advisory Committee for Aeronautics). Das allgemeine Ziel besteht darin, die Meldekultur in der ganzen SFS Group zu verbessern, einschliesslich der Meldungen durch Mitarbeitende von Fremdfirmen. Das System ist aktuell ausreichend aufgestellt, eine Neubewertung wird 2021 erfolgen.

Sämtliche Vorfälle, einschliesslich Beinaheunfälle, werden untersucht. Ziel ist es, die zugrunde liegenden Ursachen zu ermitteln und entsprechende Korrekturmassnahmen zu treffen, damit verhindert wird, dass ein ähnlicher Zwischenfall erneut auftritt. Für SFS ist es wichtig, dass die Unfalluntersuchung keine Schuldzuweisung bedeutet, sondern darauf abzielt, Ausfälle im Sicherheitsprozess zu identifizieren. Die Aufnahme von Beinaheunfällen erfolgt noch nicht systematisch in der ganzen SFS Group. Deshalb ist eine Überprüfung und Anpassung des Reportingsystems für 2021 geplant.

Das aktuelle Berichtsjahr war vorrangig durch die COVID-19-Pandemie geprägt. Der Schutz der Gesundheit aller Mitarbeitenden hatte in diesem Zusammenhang oberste Priorität. Alle erforderlichen Schutzmassnahmen wurden rasch umgesetzt und an allen Standorten wurde, gemäss den gültigen Notfallplänen und in Übereinstimmung mit den von den lokalen Behörden erlassenen Vorschriften, gearbeitet. Neben den üblichen Hygienevorschriften wurden, wo nötig, zusätzliche Massnahmen eingeführt: unter anderem die strikte Trennung der Teams, der Einsatz von Homeoffice oder die obligatorische Verwendung von Schutzmasken. Physische Veranstaltungen wurden abgesagt oder durch Online-Konferenzen ersetzt. Durch die konsequent umgesetzten Massnahmen konnte den Mitarbeitenden ein hohes Mass an Sicherheit und Gesundheitsschutz geboten und die Fortführung der Geschäftstätigkeit sichergestellt werden.

GRI 403: ARBEITSSICHERHEIT UND GESUNHDHEITSSCHUTZ 2018

GRI 403-1 Managementsystem für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
SFS arbeitet mit einem konzernweiten Business Managementsystem (BMS), das die Anforderungen der aktuellen Normen nach ISO 9001, ISO 14001 und ISO 45001 erfüllt und für alle SFS Standorte und alle Mitarbeitenden gilt. Die lokalen Standorte implementieren ihre lokalen Managementsysteme auf der Grundlage des BMS und der lokalen regulatorischen und gesetzlichen Anforderungen. Neu akquirierte Unternehmen werden im Rahmen des Integrationsansatzes in das BMS integriert.

Das BMS wird von der Corporate Quality & EHS Funktion gepflegt und durch ein Netzwerk von EHS-Fachleuten in den regionalen und nationalen Organisationen eingesetzt. Die Kommunikation und der Austausch erfolgen in einem Peer-Group-Ansatz.

Sowohl das BMS als auch die lokalen Managementsysteme von SFS werden im Rahmen unserer laufenden ISO-Zertifizierungen von externen Parteien auditiert. Interne Audits und regelmässige Überprüfungen der EHS-Leistung unterstützen die kontinuierliche Verbesserung des Managementsystems und seiner Umsetzung.

GRI 403-2 Gefahrenidentifizierung, Risikobewertung und Untersuchung von Vorfällen
SFS arbeitet nach dem Prinzip, dass die Gefahrenerkennung die Grundlage für sicheres Arbeiten ist. Alle Standorte sind verpflichtet, regelmässig Gefahren zu beurteilen und Risiken innerhalb ihres Einflussbereiches und ihrer Arbeitsabläufe zu analysieren sowie Korrektur- und Minderungsmassnahmen zu definieren. Als Instrument für eine regelmässige Beurteilung dient unter anderem das an allen Standorten eingeführte tägliche Shopfloormeeting, in dem das Thema Sicherheit als wichtiger Agendapunkt besprochen wird. Risikoanalysen werden überprüft, wenn neue Informationen z. B. hinsichtlich neuer gesetzlicher Anforderungen, Änderungen an Systemen, Ausrüstung oder Rohstoffen sowie zu Vorfällen, Unfällen und Beinaheunfällen vorliegen.

Im 2019 hat SFS die «10 Sicherheitsregeln» eingeführt, um das Bewusstsein für Risiken hinsichtlich Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeitenden zu schärfen. Die Implementierung der «10 Sicherheitsregeln» wird bis Ende 2021 abgeschlossen. Sie gelten an allen Standorten und für alle Mitarbeitenden. In diesem Zusammenhang sind alle Mitarbeitenden dazu angehalten, die Arbeit zu unterbrechen, wenn sie diese für nicht sicher halten.

Es liegt in der Verantwortung aller Mitarbeitenden sicherzustellen, dass alle Unfälle oder Zwischenfälle sowie Beinaheunfälle umgehend den Vorgesetzten gemeldet werden, damit eine rechtzeitige Untersuchung und Korrekturmassnahmen gewährleistet sind.

Alle Vorfälle, Unfälle und Beinaheunfälle werden untersucht. Es wird eine formelle Ursachenanalyse durchgeführt und die daraus gezogenen Erkenntnisse werden im gesamten Unternehmen kommuniziert.

Jeder Standort betreibt ein aktives Risikomanagement und ist auf mögliche Störfälle vorbereitet. Die oberste Leitung des Standorts benennt einen Krisenstab und unterhält Notfallpläne soweit erforderlich.

Mögliche Störfallereignisse sind:

  • Gefährdung und Schädigung von Mensch und Umwelt (Unfälle, Brand, Hochwasser, Sturm, Erdbeben, Epidemien/Pandemien, etc.)
  • Betriebsunterbruch (mangelnde Verfügbarkeit oder Ausfall von Arbeitskräften, Energie, Beschaffungskomponenten, Betriebsmittel, etc.)
  • Eingriff Unbefugter (unerlaubter Zugang, Vandalismus, Sabotage, Spionage, Cyberattacken, etc.)
  • Kundenbeanstandungen (Produkthaftungs- und Gewährleistungsfälle, etc.)

Ziel des Risikomanagements und der Notfallpläne ist es, die Anforderungen der Kunden auch während den aufgeführten möglichen Störfallereignissen reibungslos und zeitnah erfüllen zu können.

GRI 403-3 Arbeitsmedizinische Dienste
SFS stellt den Zugang zu qualifizierten arbeitsmedizinischen Dienstleistungen durch länderspezifische Ansätze sicher, welche die lokalen gesetzlichen Anforderungen erfüllen und den Service in der Landessprache anbieten. Informationen zu den verfügbaren arbeitsmedizinischen Diensten erhalten die Mitarbeitenden jeweils bei ihrer Einarbeitung bzw. Einweisung. Die Dienste werden während der regulären Arbeitszeit angeboten. Das Recht der Mitarbeitenden auf Datenschutz und Privatsphäre wird respektiert und eingehalten. Die Inanspruchnahme bzw. Teilnahme der Mitarbeitenden an solchen Dienstleistungen und Programmen bzw. die dadurch erfassten Gesundheitsdaten werden nicht als Entscheidungskriterium zur Mitarbeiterentwicklung (Kündigung, Beförderung etc.) herangezogen.

GRI 403-4 Mitarbeiterbeteiligung, Konsultation und Kommunikation zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Von den Mitarbeitenden eingebrachte Themen zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz werden in den Sitzungen der Fachkommission für Unfall und Sicherheit auf Standortebene besprochen. Diese Sitzungen finden in regelmässigen Abständen je nach Standort monatlich oder quartalsweise statt.

Darüber hinaus findet der regelmässige Austausch zum Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz auf vielen weiteren Kanälen/Plattformen statt. Dazu gehören u. a. Teambesprechungen, Shopfloormeetings, Quartalsinformationen, Informationsbildschirme, Mitarbeiterzeitschrift, Mitarbeiter-App, Einzelgespräche oder auch Mitarbeiterumfragen.

GRI 403-5 Mitarbeiterschulungen zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Alle neuen Mitarbeitenden werden zu einem Einführungstag begrüsst (z.B. SFS Welcome Day) und über die zur Verfügung stehenden Systeme (Schulungen vor Ort, Onlineschulung, E-Learning-Plattform) zu Sicherheit und Gesundheit sowie über ihre Rechte und Pflichten informiert. Die Trainings werden in regelmässigen Abständen von qualifizierten Sicherheitsfachleuten oder Fachspezialisten abgehalten. Zur Grundschulung gehören die richtige Anwendung der persönlichen Schutzausrüstung, die 10 SFS Sicherheitsregeln (in ausführlicher Form) sowie fachspezifische Instruktionen zu Hebebühnen, Flurfördergeräten, gefährlichen Stoffen oder ähnlichem. Neu werden die Inhalte der «10 SFS Sicherheitsregeln» auch regelmässig durch E-Learnings den Mitarbeitenden vermittelt.

Die Kurse werden in kleinen Gruppen abgehalten, damit gewährleistet ist, dass sich jeder Mitarbeitende entsprechend einbringen kann. Ziel der Kurse ist es, dass Inhalt und der fachgerechte Umgang mit den Hilfsmitteln in der Theorie und vor Ort an Praxisbeispielen verstanden und umgesetzt werden können.

Das vielfältige Kursangebot, welches während der Arbeitszeit angeboten wird, wird individuell an den Inhalt und die Zielpersonen angepasst und dokumentiert und steht allen Mitarbeitenden (auch nicht direkt angestellten Personen) zur Verfügung.

GRI 403-6 Förderung der Gesundheit der Mitarbeiter
SFS fördert durch unterschiedlichste Aktionen, Initiativen und Kampagnen die Gesundheit der Mitarbeitenden. Dazu gehören unter anderem in der Schweiz:

  • Förderung der Fahrradnutzung
  • Einführung eines Anreizsystems (EcoPoints), damit der Arbeitsweg vermehrt mit dem E-Bike, zu Fuss oder mit dem ÖV zurückgelegt wird
  • Angepasste Fahrradverkehrswege und erhöhte Sicherheit für Fahrradfahrer auf dem Firmengelände
  • Diverse Sportangebote

GRI 403-7 Vermeidung und Minimierung von direkt mit Geschäftsbeziehungen verbundenen Auswirkungen auf die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz
SFS legt sowohl bei ihren Mitarbeitenden als auch bei allen anderen Anspruchsgruppen, die das Werksgelände besuchen, grossen Wert auf den maximalen Schutz von Arbeitssicherheit und Gesundheit. Allen Gästen und Geschäftspartnern, die während ihres Aufenthaltes bei SFS die Produktion besuchen, wird eine entsprechende Schutzausrüstung zur Verfügung gestellt (u.a. Mund-Nasen-Maske, Schutzbrille, Sicherheitsschuhe etc.). Auftragnehmer, die auf dem Werksgelände Arbeiten ausführen, erhalten zusätzlich eine Sicherheitseinweisung und werden zur Einhaltung dieser Regeln verpflichtet. Lieferanten verpflichten sich zudem in unserer Qualitätssicherungsvereinbarung, die Arbeitssicherheit sowie gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen in ihrem Unternehmen und ihrer Lieferkette sicherzustellen. Dies wird systematisch im Rahmen von Lieferantenaudits überprüft.

GRI 403-9 Arbeitsbedingte Verletzungen
Die Anzahl der Arbeitsunfälle mit einem oder mehreren verlorenen Arbeitstagen sank 2020 um –13.3 % im Vergleich zu 2019, jedoch stieg die Anzahl der Ausfallzeiten von 1749 Tage (2019) auf 1904 Tage im aktuellen Berichtsjahr. Alle Verletzungen wurden untersucht und es wurden entsprechende Verbesserungsmassnahmen ergriffen, damit ähnliche Vorfälle in Zukunft vermieden werden können. Im Berichtsjahr wurden 9.5 Arbeitsunfälle pro 1’000 Mitarbeitende verzeichnet (Vorjahr: 10.9). Neu werden seit 2020 zusätzlich die gesamthaft erhobenen Arbeitsstunden, die Arbeitsunfallrate > 3 Tagen pro 1’000 Mitarbeitende sowie die Anzahl der Unfälle bezogen auf 1 Million Arbeitsstunden erhoben und publiziert (siehe Tabelle).

2018 2019 2020 Veränderung zum Vorjahr
Mitarbeiterentwicklung (FTE) 1) 8'529 8'978 8'956
Anzahl der Arbeitsstunden 2020 gesamt 1'763'174 Neu eingeführte Kennzahl im 2020
Arbeitsunfälle 2) 112 98* 85 –13.3%
Ausfalltage insgesamt (>1 Tag) 1'693 1'749 1'904 8.9%
Arbeitsunfälle insgesamt (>3 Tage) 57 Neu eingeführte Kennzahl im 2020
Arbeitsunfälle pro 1'000 MA (>1 Tag) 13.1 10.9 9.5 –13.1%
Davon Arbeitsunfälle pro 1'000 MA (>3 Tage) 6.4 Neu eingeführte Kennzahl im 2020
Ausfalltage pro MA 0.20 0.19 0.21 9.1%
Unfälle pro 1 Million Arbeitsstunden >1 Tag 4.73 Neu eingeführte Kennzahl im 2020
Unfälle pro 1 Million Arbeitsstunden >3 Tage 3.17 Neu eingeführte Kennzahl im 2020
Anzahl Todesfälle pro 1 Million Arbeitsstunden 0 Neu eingeführte Kennzahl im 2020
Anzahl Todesfälle 0 0 0

*Im Bericht 2019 wurden aufgrund einer anderen Datenbasis 113 Arbeitsunfälle angegeben. Aufgrund einer verbesserten Datengrundlage und -erhebung liegt diese Zahl korrekt bei 98 Unfällen.

1) Unsere Berichtssysteme ermöglichen es derzeit nicht, arbeitsbedingte Verletzungen von Arbeitnehmern, die keine Angestellten sind, separat zu erfassen.
2) Arbeitsunfälle basieren auf der Anzahl der arbeitsbedingten Verletzungen, die zu mindestens einem Kalendertag Arbeitsausfall führen.

Zu den häufigsten Arten arbeitsbedingter Verletzungen zählen mit 31% Schnittverletzungen, mit 28% Stolperunfälle und zu 19% handelt es sich um eine unsachgemässe Verwendung der zur Verfügung gestellten Arbeitsmittel und/oder -geräte. Um die Anzahl Schnittverletzungen zu reduzieren, wird verstärkt auf die Verwendung der PSA (persönliche Schutzausrüstung) hingewiesen und geachtet. Stolperunfälle werden durch zusätzliche Visualisierungen und Optimierung von Arbeitsplätzen mit Hilfe der 5S-Methodik reduziert. Durch die Risikomatrix werden Arbeitsmittel und -geräte regelmässig beurteilt, damit anschliessend Gefahrenpotenziale minimiert werden können.