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UN Global Compact Communication on Progress

SFS bleibt auch in weiteren Themenbereichen aktiv. Als Mitglied des UN Global Compact bekennt sich SFS seit 2010 zu dessen Prinzipien. Folgende Fortschritte sind dabei im Berichtsjahr erzielt worden:

Sustainable Development Goals (SDGs)

SDGs 2020

SFS unterstützt in diesem Zusammenhang auch die Erreichung der Sustainable Development Goals (SDGs). Das Unternehmen priorisiert aktuell vier Ziele: SDG 4 – Hochwertige Bildung, SDG 8 – Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum, SDG 12 – Verantwortungsvoller Konsum und nachhaltige Produktion sowie SDG 13 – Massnahmen zum Klimaschutz. Diese Priorisierung spiegelt sich in den durch die Materialitätsanalyse von 2019 identifizierten wesentlichen Themen wider: Wirtschaftliche Leistung, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Aus- und Weiterbildung, Emissionsreduktion sowie Sozioökonomische Compliance. Über die Zielsetzungen, Massnahmen und Fortschritte zu den einzelnen Themen informiert SFS jährlich im Rahmen des Dokuments «Communication on Progress» (UN Global Compact) sowie im GRI-Bericht (Option «Kern»). Im aktuellen Berichtsjahr lag der Fokus darauf, Verbesserungen in diesen Bereichen zu erzielen und vor allem durch die Erreichung der gesteckten Ziele einen wichtigen Beitrag zu den globalen SDGs leisten zu können.

Menschenrechte

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Bestehende Initiativen weitergeführt
Das Leitbild und der Verhaltenskodex sind zwei Schlüsseldokumente für die Nachhaltigkeit bei SFS und in Bezug auf ein Geschäftsgebaren, das die Menschenrechte wahrt. Während im Leitbild die gemeinsamen Wertvorstellungen verankert sind, definiert der Verhaltenskodex die Leitplanken unseres Geschäftsgebarens. Beide Dokumente haben unveränderte Gültigkeit. Der Verhaltenskodex stützt sich auf gefestigte und wirksame Compliance-Prozesse. Inhalte von Leitbild und Verhaltenskodex werden allen neuen Mitarbeitenden und Lernenden bereits bei ihrem Eintritt in die Firma in Form von Schulungen oder über das eLearning vermittelt. Diese Themen gehören zur Grundausstattung jedes SFS Mitarbeitenden und sollen diesen von Anfang an begleiten und prägen ( → vgl. GRI 102-16).

SFS ist es ein Anliegen, den Verhaltenskodex allen neu zur SFS Group stossenden Mitarbeitenden so schnell wie möglich zu vermitteln. Der Verhaltenskodex ist daher ein fester Bestandteil des Integrationsprozesses. Auch von den Lieferanten verlangt SFS die unbedingte Einhaltung der Menschenrechte. Bei der Auswahl von potenziellen Geschäftspartnern ist dieser Umstand ein zwingendes Kriterium, da diese Verpflichtung in den allgemeinen Einkaufsbedingungen von SFS festgehalten ist ( → vgl. GRI 102-9), ohne deren Bestätigung kein Vertragsverhältnis mit einem Lieferanten eingegangen wird.

Die Bemühungen der letzten Jahre in den Gebieten Datenschutz und Einhaltung internationaler Handelsbestimmungen wurden im Berichtsjahr mit Hochdruck weitergeführt. Die Umsetzung der nach den gesetzlichen Vorgaben entwickelten Gruppenstandards in sämtlichen Gruppengesellschaften wurde vertieft und überprüft. Die Verantwortung wurde in die Hände der Standortleiter übergeben, zusätzlich wurden die an den einzelnen Standorten in den Prozess involvierten Personen eng durch die Gruppenspezialisten begleitet und geschult. Durch den korrekten Umgang mit solchen Vorgaben und eine umfassende Aufklärung über deren Auswirkungen trägt SFS ihren Teil zur Wahrung der internationalen Rechtsordnung bei. Durch die im 2020 aktivierte Güterklassifizierung im ERP konnte die Einhaltung des vorübergehenden Ausfuhrverbots gewisser Hygiene- und Atemschutzartikel ins Nicht-EU-Ausland bereits auf technischer Ebene sichergestellt werden. Zudem konnte Ende des Jahres die Sanktionslistenprüfung weiter automatisiert und technisch vereinfacht werden, was die Prüfung kritischer Geschäftspartner früh im Prozess erleichtert.

Die allgemeinen Einkaufsbedingungen von SFS wurden im 2020 erneuert und dadurch wiederum ein Fokus auf die Integration von Compliance-Themen gelegt, um die Einhaltung dieser Normen in der gesamten Lieferkette sicherzustellen.

Prioritäten 2021
Nach den Allgemeinen Einkaufsbedingungen wird im 2021 das «Supplier Quality Agreement» neu aufgesetzt. Compliance- und Nachhaltigkeitsthemen sind auch bei diesem Standardvertrag fester Bestandteil und sollen die Einhaltung der einschlägigen Standards in der gesamten Lieferkette sicherstellen.

Um die Prinzipien des Verhaltenskodex bei neuen Mitarbeitenden noch weiter zu festigen, soll dieses Thema in der neu geplanten Vertiefung der Onboarding-Schulungen, welche ca. 100 Tage nach Arbeitsbeginn stattfindet, einen prominenten Platz einnehmen.

Arbeitsnormen

Konfliktfreie Zusammenarbeit fördern
Innerhalb der SFS Group wird jegliche Form der Zwangsarbeit und der Kinderarbeit konsequent abgelehnt und das Recht auf Vereinigungsfreiheit und auf Kollektivverhandlungen gewahrt. Durch die Aufnahme dieser Prinzipien in die Einkaufsbedingungen, deren Einhaltung für die Aufnahme als SFS Lieferant zwingend ist, verlangt SFS von ihren Geschäftspartnern vergleichbare Wertvorstellungen ( → vgl. GRI 102-9).

Die Vielfalt der SFS Mitarbeitenden ist ein natürliches Resultat der internationalen Präsenz und Grösse des Unternehmens und wird als positiv und bereichernd empfunden. Regelmässige mehrwöchige Aufenthalte von Lernenden an verschiedenen Standorten und die internationale Ausbildung von Führungskräften zur Förderung der interkulturellen Zusammenarbeit sind Ausdruck davon.

Jegliche Art der Diskriminierung bei der Anstellung und im Rahmen der Beschäftigung wird ausdrücklich abgelehnt. Im Berichtsjahr wurde das Thema «Verletzung persönlicher Integrität» als fester Bestandteil in die Schulungen von Führungskräften aufgenommen. Innerhalb verschiedener lokaler Organisationen wurden im Berichtsjahr Initiativen zur Sensibilisierung lanciert, so z.B. ein Youtube-Video zum Thema sexuelle Belästigung, welches innerhalb der SFS Group für Schulungszwecke grossen Anklang fand.

Prioritäten 2021
Das Thema der Integritätsverletzungen soll im 2021 erneut aufgegriffen werden. Alle Mitarbeitenden sollen wiederum ein eLearning zum Thema «Verletzung persönlicher Integrität» absolvieren, damit der Grad der Sensibilisierung konstant hoch gehalten werden kann.

Umweltschutz

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Ambitionierte Ziele gesetzt
SFS arbeitet als führendes Technologieunternehmen daran, die eigenen Prozesse möglichst energieeffizient, umweltverträglich und ressourcenschonend zu gestalten. Dabei setzt sie auf die stetige Verbesserung aller umwelt- und energierelevanten Abläufe. Ein Schwerpunkt der gesetzten Nachhaltigkeitsziele liegt auf dem Thema Klimaschutz und insbesondere der Reduktion der CO2-Emissionen um über 90% bis 2030 (gemessen als Tonne CO2 pro Wertschöpfungsfranken).

Eines der übergeordneten Ziele für 2020 war es, einen gruppenweiten Masterplan und eine Roadmap mit Fokus auf Emissionsreduktionen und Verbesserungen im Umweltbereich zu erstellen. Diese gelten als Basis für die weitere Entwicklung in den Divisionen. Kern des Masterplanes sind die Ermittlung von Kennzahlen und die Evaluation von Programmen in Verbindung mit einer Potenzialanalyse sowie das anschliessende Festlegen von konkreten Zielen und Massnahmen. Die Potenzialanalyse besteht aus zwei Teilen: Zum Einen prüfen wir innerhalb der Organisation, welche bereits umgesetzten und bewährten Aktionen sich auch auf andere Standorte ausrollen lassen. Dazu gehören technische Projekte (z.B. der Austausch von veralteten Heizanlagen) sowie Kampagnen (z.B. «Think before you print»), um die Mitarbeitenden global für das Thema Nachhaltigkeit zu sensibilisieren und ganzheitlich zu integrieren. Zum anderen werden wir mit hilfe des Lean-&-Green-Ansatzes (Beseitigung von unwirtschaftlichen und nicht nachhaltigen Prozessen) die aktuellen Prozesse hinsichtlich Effizienz und Nachhaltigkeit überprüfen, um Potenziale für Verbesserung aufdecken und diese implementieren zu können. So wurde im 2020 am Hauptstandort in Heerbrugg (Schweiz) z.B. eine neue Photovoltaikanlage installiert, die seit dem Frühjahr 2021 zusammen mit der bisherigen Anlage rund 8.5% der benötigten Energie für die Aktivitäten von SFS in der Schweiz produziert.

ISO-14001-Zertifizierung
Als Basis für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung im Umweltbereich dient bei SFS die Zertifizierung nach ISO 14001. Unser Ziel ist, bis spätestens 2025 alle Produktionsstandorte nach dieser Norm zu zertifizieren. Insgesamt sind 20 Standorte (2019: 15 Standorte) ISO-14001-zertifiziert. In der Division Automotive sind 12 von 13 Standorten zertifiziert. In der Division Construction sind an den sechs Standorten die Zertifizierungsaudits für 2022 geplant. Die zwei Standorte der Division Electronics in Malaysia und China sind bereits zertifiziert. In der Division Industrial fallen fünf Standorte, von denen vier die Zertifizierung erhalten haben, in unseren Scope*; für den ausstehenden Standort der Division Industrial ist das Audit für 2022 eingeplant. Die Division Riveting plant die Vervollständigung der Zertifizierungen nach ISO 14001 im Geschäftsjahr 2022, die Division Medical wird bis 2023 die Standorte komplett zertifizieren. Da die Services Division und das Segment D&L keine eigenen Produktionen besitzen, fallen sie nicht in den definierten Scope.

Division Automotive Electronics Industrial Medical Construction Riveting
SFS Scope* 13 2 5 4 6 4
Zertifiziert 12 2 4 0 0 2
Offen 1 0 1 4 6 2
100% geplant bis 2021 - 2022 2023 2022 2022

* SFS Scope: Produktionsstandorte bei denen SFS einen Unternehmensanteil von ≥50% besitzt und mehr als 50 Mitarbeitende beschäftigt.

Initiativen zur Entlastung der Umwelt
Auch im 2020 wurden die bestehenden Initiativen in der Schweiz wie die EcoPoints-Aktion, bei der Mitarbeitende durch Benutzung von umweltfreundlichen Fahrzeugen Punkte sammeln können, fortgeführt. Ein weiteres nennenswertes Beispiel aus der Berichtsperiode sind Gaseinsparungen von rund 80% durch die Erneuerung von Heizsystemen in Leeds (England). An vielen Standorten wurden LED-Lichtkonzepte umgesetzt, was zu Stromeinsparungen von bis zu 80% führte (Wyomissing, USA). In Strängnäs (Schweden) wurde Anfang 2020 zu Energielieferanten gewechselt, die ausschliesslich Sonnen-, Wasser- und Windkraft einsetzen. Der Standort in Italien reduziert mit dem Austausch von Klimaanlagen durch kleine Abgasabsaugungen nicht nur die CO2-Emissionen um 460 Tonnen, sondern spart auch rund EUR 100ʼ000 an Energieausgaben ein.

In der Schweiz wurden letztes Jahr im Bereich der Zerspanung Chip-Pressen eingesetzt, um Staplerfahrten einzusparen und Öl aus dem Fertigungsprozess zurückzugewinnen. Die jährliche Zahl der Spänetransporte konnte so von 1ʼ200 auf 100 verringert werden. Durch die höhere Sortenreinheit ist der Schrottwert gestiegen und durch die Rückgewinnung des Öls wird ein grosser Anteil an CO2 und Kosten eingespart.

Prioritäten 2021
Nachdem in den Werken die geplanten Potenzialanalysen durchgeführt wurden, liegt das Hauptaugenmerk auf der Umsetzung erster schneller und einfach zu realisierender Massnahmen wie z. B. die Beschaffung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen oder die Verwendung von Solarkollektoren sowie die Überprüfung der Druckluft-/Vakuumsysteme. Im Anschluss werden bis Ende des Jahres 2021 die Divisionen und Werke eigene Roadmaps erarbeiten, um das Erreichen der Gruppenziele zu ermöglichen und zu einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung beitragen zu können.

Korruptionsbekämpfung

Keine Korruptionsfälle im Berichtsjahr
Die Anti-Korruptionsrichtlinie, über die SFS bereits seit 2016 verfügt und deren Inhalte besonders betroffenen Mitarbeitenden in einem verpflichtenden eLearning vermittelt werden, wurde auch im Berichtsjahr allen neuen Mitarbeitenden in Management-Positionen und in den Bereichen Verkauf, Einkauf und Finanzen nähergebracht.

Erfreulicherweise sind im 2020 ein weiteres Mal keine Korruptionsfälle oder Verdachtsfälle innerhalb der SFS Group gemeldet worden. Die Tatsache, dass auch im Berichtsjahr in spezifischen, kritisch erscheinenden Situationen regelmässig Beratung in Anspruch genommen wurde, zeigt, dass der Grad der Sensibilisierung für das Thema Korruption – einschliesslich Erpressung – weiterhin zunimmt. Entsprechend wird vermehrt auch den Geschäftspartnern gegenüber auf die internen Verhaltensvorschriften verwiesen, etwa wenn bestimmte Einladungen abgelehnt werden. Eine unbedingte ablehnende Haltung gegenüber jeglicher Art von Korruption verlangt SFS auch von Dritten, insbesondere von ihren Agenten. Eine solche Klausel ist standardmässig in den Zusammenarbeitsvereinbarungen mit den Agenten eingefügt. Die allgemeinen Einkaufsbedingungen von SFS erlegen auch den Lieferanten die Pflicht auf, sich gegen Korruption und Bestechung einzusetzen ( → vgl. GRI 102-9).

Im 2020 absolvierten alle Mitarbeitenden in Management-Positionen und in den Bereichen Verkauf, Einkauf und Finanzen erneut ein eLearning zum Thema Anti-Korruption.

Prioritäten 2021
Auch im 2021 wird das Thema Anti-Korruption hohe Beachtung finden. Wie in den Vorjahren wird insbesondere vor Feiertagen per Newsletter und auf anderen Wegen auf kritische Fragen zu Geschenken, Einladungen oder Veranstaltungen eingegangen. Dadurch sollen die Mitarbeitenden und weitere Stakeholder konstant für dieses wichtige Thema sensibilisiert werden und ihren Beitrag zur Umsetzung fairer Wettbewerbsbedingungen leisten.