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UN Global Compact Communication on Progress

SFS bleibt auch in weiteren Themenbereichen aktiv. So ist SFS Mitglied des UN Global Compact und bekennt sich seit 2010 zu dessen Prinzipien und damit auch zur Erreichung der Sustainable Development Goals (SDGs).

Sustainable Development Goals (SDGs)

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SFS priorisiert aktuell sechs Ziele: SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen, SDG 4 – Hochwertige Bildung, SDG 8 – Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum, SDG 9 – Industrie, Innovation und Infrastruktur und SDG 12 – Verantwortungsvoller Konsum und nachhaltige Produktion sowie SDG 13 – Massnahmen zum Klimaschutz. Diese Priorisierung spiegelt sich in den durch die Materialitätsanalyse von 2021 identifizierten wesentlichen Themen wider: Wirtschaftliche Leistung, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Aus- und Weiterbildung, Emissionsreduktion sowie Sozioökonomische Compliance. Neu hinzugekommen ist das Thema Menschenrechte. Über die Zielsetzungen, Massnahmen und Fortschritte zu den einzelnen Themen informiert SFS jährlich im Rahmen des Dokuments «Communication on Progress» (UN Global Compact) sowie im GRI-Bericht (Option «Kern»). Im aktuellen Berichtsjahr lag der Fokus darauf, weitere Massnahmen zur kontinuierlichen Annäherung an die langfristigen Ziele bis 2030 bzw. 2040 zu initiieren. Dies mit dem übergeordneten Ziel, einen wichtigen Beitrag zu den globalen SDGs leisten zu können.

Folgende Fortschritte sind dabei im Berichtsjahr erzielt worden.

Menschenrechte

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Bestehende Initiativen weitergeführt
Das Leitbild und der Verhaltenskodex sind zwei Schlüsseldokumente für die Nachhaltigkeit bei SFS und in Bezug auf ein Geschäftsgebaren, das die Menschenrechte wahrt. Während im Leitbild die gemeinsamen Wertvorstellungen verankert sind, definiert der Verhaltenskodex die Leitplanken unseres Geschäftsgebarens. Beide Dokumente haben unverändert Gültigkeit. Der Verhaltenskodex stützt sich auf gefestigte und wirksame Compliance-Prozesse. Die Inhalte des Leitbilds und des Verhaltenskodex werden allen neuen Mitarbeitenden und Lernenden bereits bei ihrem Eintritt in die Firma in Form von Schulungen oder über eLearning vermittelt. Diese Themen gehören zur Grundausstattung aller SFS Mitarbeitenden und sollen sie von Anfang an begleiten und prägen (vgl. GRI 102-16).

SFS ist es ein Anliegen, den Verhaltenskodex allen neu zur SFS Group stossenden Mitarbeitenden so schnell wie möglich zu vermitteln. Der Verhaltenskodex ist daher ein fester Bestandteil des Integrationsprozesses. Auch von den Lieferanten verlangt SFS die unbedingte Einhaltung der Menschenrechte. Bei der Auswahl von potenziellen Geschäftspartnern ist dies ein zwingendes Kriterium, da diese Verpflichtung in den allgemeinen Einkaufsbedingungen von SFS festgehalten ist (vgl. GRI 102-9), ohne deren Bestätigung kein Vertragsverhältnis mit einem Lieferanten eingegangen wird.

2021 wurde das «Supplier Quality Agreement» neu aufgesetzt. Compliance- und Nachhaltigkeitsthemen sind bei diesem Standardvertrag fester Bestandteil und sollen die Einhaltung der einschlägigen Standards in der gesamten Lieferkette sicherstellen.

Zur weiteren Festigung der Prinzipien des Verhaltenskodex bei neuen Mitarbeitenden wird das Thema in Vertiefungsschulungen im Rahmen des Onboardings in der Schweiz, die ca. 100 Tage nach Anstellungsbeginn stattfinden, wiederholt und spezifische Themenbereiche näher beleuchtet.

Das Thema «Menschenrechte» wird neu auch als wesentliches Thema im GRI-Berichtsteil behandelt.

Prioritäten 2022
2022 ist eine Wiederholung des eLearning zum Verhaltenskodex für sämtliche Mitarbeitenden der SFS Group geplant. Nach dem Inkrafttreten der EU-Whistleblower-Richtlinie per 1.1.2022 wird auch das Thema der Compliance-Meldungen im eLearning prominent platziert.

In Workshops mit den lokalen Compliance-Verantwortlichen, die ebenfalls 2022 durchgeführt werden, soll die Sensibilisierung auf Compliance insbesondere auch an den Standorten ausserhalb der Schweiz bzw. des Hauptsitzes erhöht werden.

Arbeitsnormen

Konfliktfreie Zusammenarbeit fördern
Innerhalb der SFS Group wird jegliche Form der Zwangsarbeit und der Kinderarbeit konsequent abgelehnt und das Recht auf Vereinigungsfreiheit und auf Kollektivverhandlungen gewahrt. Durch die Aufnahme dieser Prinzipien in die Einkaufsbedingungen, deren Einhaltung für die Aufnahme als SFS Lieferant zwingend ist, verlangt SFS von ihren Geschäftspartnern vergleichbare Wertvorstellungen (vgl. GRI 102-9).

Die Vielfalt der SFS Mitarbeitenden ist eine natürliche Folge der internationalen Präsenz und Grösse des Unternehmens und wird als positiv und bereichernd empfunden. Regelmässige mehrwöchige Aufenthalte von Lernenden an verschiedenen Standorten und die internationale Ausbildung von Führungskräften zur Förderung der interkulturellen Zusammenarbeit sind Ausdruck davon.

Im Berichtsjahr wurde das Thema Integritätsverletzungen erneut aufgegriffen, damit der Sensibilisierungsgrad in diesem Bereich weiterhin hochgehalten werden kann. Alle Mitarbeitenden der SFS Group absolvierten die mittlerweile zweite Auflage des eLearning zum Thema «Verletzung der persönlichen Integrität». Das eLearning wurde in allen Sprachen, in denen der Verhaltenskodex verfügbar ist, angeboten und wurde bis zum Jahresende von 90% der Mitarbeitenden absolviert. Eine Ausnahme sind die Standorte in den USA, die aufgrund landesspezifischer Besonderheiten eigenes Schulungsmaterial verwenden.

Prioritäten 2022
Das Thema «Verletzung der persönlichen Integrität» hat einen wichtigen Platz im SFS Verhaltenskodex. Das eLearning zum Verhaltenskodex, das 2022 einen Relaunch erfährt, wird zu einer weiteren Sensibilisierung beitragen.

Umweltschutz

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Emissionen im Fokus
Das Thema Nachhaltigkeit hat als strategisch wichtiges Thema an Bedeutung gewonnen. Damit wird unterstrichen, worauf es in Zukunft ankommt: Nachhaltiges Wirtschaften und Handeln für eine stabile und prosperierende Gesellschaft, die im Einklang mit der Umwelt heute und in Zukunft bestehen kann. Neben den ökonomischen und sozialen Zielen nimmt der Schutz unserer Umwelt einen besonderen Stellenwert ein. Deshalb werden die Prozesse energieeffizient, umweltverträglich und ressourcenschonend gestaltet, damit die Umweltauswirkungen und speziell die THG-Emissionen auf ein möglichst geringes Mass reduziert werden können. Das Ziel ist es, die Emissionen im Scope 1 und 2 gegenüber 2020 um mehr als 90% bis 2030 zu senken. Im Scope 3 liegt das Ziel bei einer 90%-Reduktion bis 2040 (beides bezogen auf die Emissionen in Tonnen CO2 eq pro Wertschöpfungsfranken). Das Basisjahr für das Scope-3-Ziel wird noch festgelegt.

Im Mittelpunkt der Strategie steht dabei die Optimierung des Ressourcenverbrauchs und die Verwendung von erneuerbarer Energie zur Reduzierung der Scope 1- und Scope 2-Emissionen. Der Bezug von erneuerbarem Strom und die Eigenherstellung von erneuerbarem Strom wird zu Beginn die grösste Hebelwirkung auf den Anteil an erneuerbarer Energie haben. Die Emissionen im Scope 3, also in der gesamten Wertschöpfungskette, werden zu ca. 70% aus dem Einkauf von Produkten verursacht. Eine grosse Rolle wird hier die Zusammenarbeit mit den Lieferanten spielen.

Erste Schritte sind gemacht
2021 konnten die Emissionen im Scope 1 und 2 absolut um –4.5% gegenüber dem Vorjahr gesenkt werden (totale Emissionen CO2 eq bezogen auf den Wertschöpfungsfranken). Der Einkauf von erneuerbarem Strom konnte von 6% auf 36% gesteigert werden. Ebenfalls positiv dazu beigetragen haben die Investitionen in Photovoltaikanlagen an den Standorten in der Schweiz, in Schweden, Malaysia, China und Indien. Dadurch konnte der Anteil an eigenproduziertem Strom auf 2.5% gesteigert werden (Vj. 1.4%). Insgesamt ist das Ergebnis deshalb nicht besser ausgefallen, da die Datenerhebung gleichzeitig vervollständigt wurde (Scope 1). Im Scope 3 lag der Fokus weiterhin auf der Vervollständigung der Datenerhebung, damit 2023 spätestens als Basisjahr ausgewiesen werden kann.

Initiativen zur Entlastung der Umwelt
Neben dem Einkauf von erneuerbarem Strom und den Investitionen in Photovoltaikanlagen an diversen Standorten laufen viele kleinere und mittlere Projekte. Dazu gehören:

  • Der Austausch von Heizsystemen durch Wärmepumpen: In Indien wird das Wasser für die Waschanlagen auf diese Weise effizient erhitzt.
  • Die Aufbereitung von Wasser mit Umkehrosmoseanlagen: In China und Malaysia konnte der Wasserverbrauch dadurch bereits um mehr als 4% gesenkt werden.
  • Projekte zur Auffindung von Druckluftverlusten: Ein globales Projekt, das z. B. am Standort in Heerbrugg, Schweiz, künftig mehr als 20MWh einsparen wird.
  • Der Austausch von herkömmlichen Beleuchtungen durch effiziente LED-Leuchtsysteme: In Ungarn konnte dadurch mehr als 70% des Stromverbrauches für die Beleuchtung eingespart werden. Dies entspricht ca. 43t CO2 eq pro Jahr.
  • Ölaufbereitung durch Zentrifugen: Versuche dazu laufen aktuell am Standort in Heerbrugg, Schweiz.
  • Ersatz von im Trocknungsprozess speziell verwendetem Pergamentpapier durch wiederverwendbare Kunststoffmatten: Am Standort in Wyomissing, USA, führte dies zu einer Vermeidung von ca. 18 m3 Abfall.
  • Es wurden auch Initiativen geschaffen, welche die Emissionen der Fahrzeugflotte reduzieren. So wird der Anteil an Elektrofahrzeugen stetig weiter ausgebaut und der durchschnittliche WLTP (Worldwide Harmonised Light-Duty Vehicles Test Procedure)-Verbrauch der Flotte gesenkt.

Betriebliche Ökobilanz aufgestellt
SFS möchte nicht nur die Emissionen, sondern die Umweltbelastung ganzheitlich reduzieren und hat deshalb mit Hilfe der Bewertungsmethode der ökologischen Knappheit eine betriebliche Ökobilanz für die gesamte Gruppe aufgestellt. Diese vergleicht und gewichtet verschiedene Umweltbelastungen und deren Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, das Klima oder auf Ökosysteme und wird in sogenannten Umweltbelastungspunkten (UBP) gemessen. Im Berichtsjahr gelang es, die Umweltbelastungen durch Elektrizität, Heizenergie und Wasser gruppenweit zu senken. Daneben hat sich (mit –53%) vor allem der Bereich «Entsorgung und Abfälle» positiv entwickelt. Dies ist vorrangig auf die gesteigerte Recyclingquote zurückzuführen. Die Steigerung in den Kategorien «Hilfsmittel und Betriebsstoffe» (+2'858%), «Kraftstoffe» (+99%) und «Prozessbrennstoffe» (+98%) wird mit der umfangreichen Erweiterung der Datenaufnahme begründet.

Prioritäten 2022
Priorität bleibt auch 2022 die Optimierung der eingesetzten Ressourcen und der weitere Ausbau alternativer Energiequellen z. B. durch Photovoltaikanlagen. Die Beschaffung von erneuerbarem Strom wird gezielt an den Standorten vorgenommen, die das grösste Potenzial in Bezug auf ihre Umweltauswirkung aufweisen.

Korruptionsprävention

Keine Korruptionsfälle im Berichtsjahr
Die Anti-Korruptionsrichtlinie, über die SFS bereits seit 2016 verfügt und deren Inhalte besonders exponierten Mitarbeitenden in einem verpflichtenden eLearning vermittelt werden, wurde auch im Berichtsjahr allen neuen Mitarbeitenden in Management-Positionen und in den Bereichen Verkauf, Einkauf und Finanzen nähergebracht.

2021 gab es einen Verdachtsfall. Der Fall wurde nach den üblichen Vorgaben eskaliert und vertiefte Abklärungen mit einem externen Partner eingeleitet. Zum Zeitpunkt dieses Berichts steht das detaillierte Ergebnis dieser Abklärung noch aus.

Weitere Korruptionsfälle oder Verdachtsfälle innerhalb der SFS Group sind nicht gemeldet worden. Die Tatsache, dass auch im Berichtsjahr in spezifischen, kritisch erscheinenden Situationen regelmässig Beratung in Anspruch genommen wurde, zeigt, dass der Grad der Sensibilisierung für das Thema Korruption – einschliesslich Erpressung – weiterhin zunimmt. Entsprechend werden die internen Verhaltensvorschriften vermehrt auch den Geschäftspartnern aufgezeigt, etwa wenn gewisse Einladungen abgelehnt werden. Eine bedingungslose, ablehnende Haltung gegenüber jeglicher Art von Korruption verlangt SFS auch von Dritten, insbesondere von ihren Agenten. Eine solche Klausel ist standardmässig in den Zusammenarbeitsvereinbarungen mit den Agenten enthalten. Die allgemeinen Einkaufsbedingungen von SFS erlegen auch den Lieferanten die Pflicht auf, sich gegen Korruption und Bestechung einzusetzen (vgl. GRI 102-9).

Das Thema Korruption wird im Alltag von SFS immer wieder beleuchtet, sei es in konkreten Fällen, wenn Hilfestellungen bezüglich der Annahme von Geschenken oder Einladungen angefragt werden, oder sei es in internen Kommunikationen, wie etwa dem Compliance-Newsletter, der viermal im Jahr erscheint. Dieser ruft immer wieder zur Vorsicht auf und berichtet über konkrete Korruptionsfälle, um die Mitarbeitenden für das Thema zu sensibilisieren.

Prioritäten 2022
Auch 2022 wird das Thema Anti-Korruption hohe Beachtung finden. Wie in den Vorjahren wird insbesondere vor Feiertagen per Newsletter und auf anderen Wegen auf kritische Fragen zu Geschenken, Einladungen oder Veranstaltungen eingegangen. Dadurch sollen die Mitarbeitenden und weitere Stakeholder konstant für dieses Thema sensibilisiert werden und ihren Beitrag zur Umsetzung fairer Wettbewerbsbedingungen leisten. Ab 2022 werden explizite Compliance-Checks in die Internal Audits der SFS Group integriert. Insbesondere das Thema Anti-Korruption, aber auch andere Compliance-Themen, erfahren dadurch eine erhöhte Sichtbarkeit.